Chinesische Zeichen bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung meines Microsoft-Kontos
Die digitalen Probleme traten in meinem Leben nicht als einzelne Vorfälle auf. Während ich im Oktober 2022 in Ungarn mehrere Strafanzeigen einreichte, bemerkte ich immer neue Auffälligkeiten in meinen Online-Konten. Dazu gehörten eine Nachricht in einer unbekannten Sprache im Zusammenhang mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung meines Microsoft-Kontos sowie irische und niederländische IP-Adressen in den Aktivitätsprotokollen meines Gmail-Kontos.
Bereits am 04.10.2022, 24.10.2022 und 27.10.2022 hatte ich mehrere Strafanzeigen in Ungarn eingereicht. Darin schilderte ich ausführlich Probleme bei der E-Mail-Kommunikation, fehlende Anhänge sowie weitere digitale Auffälligkeiten, mit denen ich damals konfrontiert war. In diesem Zeitraum versuchte ich mehrfach, die zuständige Sachbearbeiterin meines Polizeiverfahrens zu erreichen. Trotz mehrerer Anrufe und Nachrichten kam jedoch kein persönlicher Kontakt zustande.
Am 27.10.2022 erhielt ich während der Zwei-Faktor-Authentifizierung meines Microsoft-Kontos eine Systemnachricht mit Zeichen, die chinesischen Schriftzeichen ähnelten. Die Nachricht wurde an dieselbe Telefonnummer gesendet, an die Microsoft zuvor regelmäßig die üblichen deutschsprachigen Sicherheitscodes geschickt hatte.

Einige Wochen später, am 25.11.2022, fertigte ich mithilfe meiner Sicherheitskamera ein Video an. Darauf ist zu sehen, wie ich die Telefonnummer der Polizei anrufe, während die automatische Ansage bestätigt, dass ich tatsächlich die Polizei erreicht habe.
Nach der Aufnahme des Videos kontaktierte ich den Kundendienst von Vodafone Ungarn. Dort wurde mir mitgeteilt, dass Telefonnummern unter bestimmten Umständen vom System als Spam oder verdächtige Anrufe eingestuft werden können, beispielsweise wenn sie sehr häufig angerufen werden.
Im Dezember 2022 gelang es mir schließlich, die zuständige Polizeibeamtin persönlich zu treffen. Während des Gesprächs bat ich darum, den Eingang meiner bis dahin eingereichten Strafanzeigen schriftlich zu bestätigen. Außerdem informierte ich darüber, dass ich die Unterlagen auch an deutsche Behörden weiterleiten werde.
Ich zeigte der Beamtin das zuvor aufgenommene Video. Die Aufnahmen schienen sie zu überraschen, eine konkrete Erklärung erhielt ich jedoch nicht.
Fremde IP-Adressen: Irische und niederländische IP-Adressen in meinem Gmail-Konto
Die digitalen Probleme dokumentierte ich bereits seit meinen ersten Strafanzeigen.
Im Herbst 2022 richtete ich mehrere behördliche Anfragen und Strafanzeigen im Zusammenhang mit einer Wohnsitzangelegenheit in Budapest an die zuständigen Stellen. Nach Angaben der Stadtverwaltung sollte ich per E-Mail informiert werden, sobald bestimmte Dokumente eingetroffen seien. Diese Benachrichtigung erhielt ich jedoch nie.
Als ich am 03.10.2022 persönlich nachfragte, erklärte mir die Sachbearbeiterin, dass die E-Mail versendet worden sei, jedoch mit einer Fehlermeldung zurückgekommen sei. Die betreffende Nachricht wurde mir gezeigt. Da weder mein Speicherplatz noch meine E-Mail-Adresse fehlerhaft waren, nahm ich diesen Vorfall in meine erste Strafanzeige auf.
Die am 04.10.2022 eingereichte Strafanzeige wurde von der Polizei bereits am 07.10.2022 abgelehnt. Die Begründung bezog sich ausschließlich auf die Wohnsitzanmeldung, die aufgrund von Verjährung nicht weiter untersucht wurde. Auf die in der Anzeige geschilderten Probleme mit der E-Mail-Kommunikation und den Verdacht einer Manipulation meines E-Mail-Kontos wurde nicht eingegangen. Hinzu kam, dass mich die schriftliche Mitteilung über die Ablehnung nie erreichte. Mehrfach fragte ich telefonisch nach dem Stand des Verfahrens. Dabei wurde ich stets gebeten, geduldig auf eine schriftliche Antwort zu warten. Erst im Rahmen dieser Gespräche erhielt ich den Namen der zuständigen Sachbearbeiterin sowie das Aktenzeichen.
Im weiteren Verlauf traten zusätzliche Kommunikationsprobleme auf. Ein Anhang zu meiner ergänzenden Strafanzeige vom 24.10.2022 ging bei der Polizei nicht ein, obwohl die Nachricht in meinem System als erfolgreich versendet angezeigt wurde.
Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich bereits in Deutschland. Die E-Mail wurde daher von Deutschland aus an die ungarische Polizei gesendet. Die Probleme traten somit sowohl im Zusammenhang mit ungarischen als auch mit deutschen Internetverbindungen auf.
Aus diesem Grund reichte ich am 27.10.2022 eine weitere Strafanzeige ein. Am selben Tag erhielt ich auch die zuvor beschriebene SMS mit den chinesischen Schriftzeichen.
In dieser Zeit fiel mir außerdem auf, dass in den Aktivitätsprotokollen meines Gmail-Kontos irische und niederländische IP-Adressen auftauchten.
Bei meinen Recherchen zu den Begriffen „Irland“, „Niederlande“ und „Google“ stieß ich auf die als „Double Irish with a Dutch Sandwich“ bekannte Steuerstruktur, die in der Vergangenheit von mehreren internationalen Technologie- und Pharmaunternehmen genutzt wurde.
Für sich genommen erklärte dies selbstverständlich nicht die in meinem Konto auftauchenden IP-Adressen. Dennoch weckte es mein Interesse, weil in späteren Strafanzeigen und Beschwerden immer mehr internationale Technologie- und Unternehmensverbindungen eine Rolle spielten.
Die digitalen Probleme schilderte ich später auch ausführlich in meinen Beschwerdeschreiben an die Vodafone GmbH. Daraus entwickelte sich später ein Datenschutzverfahren bei der BfDI sowie weitere Strafanzeigen.
➡️ Zeitleiste der Beschwerden an Vodafone und die BfDI sowie der Datenschutzverfahren
Kategorie „Straftaten“ – verschiedene Gesichter desselben Systems
Dieser Beitrag gehört zur Kategorie Straftaten, die Fälle sammelt, in denen persönliche Erfahrungen auf strukturelle Probleme treffen: wirtschaftliche Missstände, institutionelle Versäumnisse, Überwachungspraktiken und industrielle Verflechtungen.
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