Wie gelangte ich von digitalen Problemen über Beschwerden schließlich zu Strafanzeigen?
Die ersten ungewöhnlichen Vorfälle fielen mir bereits Jahre zuvor auf. Um das Jahr 2018 herum erlebte ich mehrere Situationen, die damals noch wie Einzelfälle wirkten oder wie Umstände, die sich mit der Zeit von selbst lösen würden. 2019 zogen wir um, und ich ging davon aus, dass die zuvor beobachteten Auffälligkeiten verschwinden würden. Das geschah jedoch nicht.
Der Wendepunkt kam im Herbst 2021, als ich erstmals einen Scheidungsanwalt aufsuchte. Danach traten gleichzeitig in mehreren Lebensbereichen Probleme auf: Parallel zum Zerfall meiner Ehe verschärften sich die Konflikte im Privatleben, während sich im digitalen Bereich jene Auffälligkeiten häuften, die zuvor nur vereinzelt aufgetreten waren. Bis 2022 liefen bereits mehrere unterschiedliche Probleme gleichzeitig zusammen.
Fehler in der E-Mail-Kommunikation, Fragen rund um Online-Konten, Netzwerk- und Internetprobleme sowie Auffälligkeiten im Zusammenhang mit offiziellen Schreiben traten parallel auf.
Um die einzelnen Probleme zu klären, versuchte ich direkt bei den betroffenen Dienstleistern Informationen zu erhalten. Unter anderem wandte ich mich auch an Microsoft, da ich eine Office-Lizenz nutzte, die mit dem Arbeitsverhältnis meines damaligen Ehemannes verbunden war, gleichzeitig aber meiner E-Mail-Adresse zugeordnet war. Dies ist auch auf dem hervorgehobenen Bild im Beitrag erkennbar. Auf meine Fragen erhielt ich jedoch unter Hinweis auf Datenschutzbestimmungen keine ausreichenden Auskünfte.
Aus demselben Grund beantragte ich später die vollständige Übertragung der Vodafone-Verträge auf meinen Namen, da ich direkt Informationen über die von mir genutzten Dienste erhalten wollte, einschließlich meines Mobilfunkvertrags und meines Internetanschlusses.
Dies führte schließlich zu Beschwerden bei Vodafone, später zu Eingaben beim BfDI und letztlich auch zu Strafanzeigen.
1. Offizielle E-Mails und Kommunikationsprobleme
Zu den ersten auffälligen Vorfällen gehörte, dass ich eine offizielle E-Mail der Stadt Budapest nicht erhielt. Die Benachrichtigung hatte ich selbst angefordert, nachdem ich Unterlagen zur Wohnsitzanmeldung meiner Schwiegermutter angefordert hatte, die in unserer gemeinsamen Wohnung gemeldet war. Das Dokument war für mich wichtig, weil für diese Anmeldung eigentlich auch meine Zustimmung erforderlich gewesen wäre, eine solche Zustimmung hatte ich jedoch nie erteilt.Da die E-Mail nie bei mir ankam und ich keine eindeutige Erklärung dafür erhielt, wurde der Vorfall schließlich Bestandteil meiner ersten Strafanzeige.
Kurz darauf traten auch bei der Kommunikation mit der Polizei Probleme auf. Es gab Anhänge, die laut Empfänger nie angekommen waren, obwohl sie in meinem System sichtbar waren. Ebenso gab es behördliche Antworten, die mich nie erreichten. Dies ist deshalb besonders wichtig, weil Probleme im Zusammenhang mit der E-Mail-Kommunikation von diesem Zeitpunkt an in nahezu allen späteren Anzeigen wiederkehrten.
Die Geschichte begann also nicht erst Jahre später, sondern war bereits seit meinen ersten Anzeigen dokumentierter Bestandteil des gesamten Vorgangs.
Im Laufe der Jahre beschränkten sich die Probleme nicht auf einen einzelnen Anbieter oder ein einzelnes Land. Ähnliche Auffälligkeiten traten sowohl bei deutschen als auch bei ungarischen Diensten, bei privaten wie auch bei offiziellen Kommunikationswegen auf. Später kamen weitere Kommunikations- und Zustellprobleme hinzu, von denen einige sogar Gerichts- und staatsanwaltschaftliche Verfahren betrafen.
Deshalb reiche ich wichtige Schreiben heute, wenn möglich, persönlich ein. Nach meinen Erfahrungen betrafen die Probleme nicht nur die elektronische Kommunikation, sondern teilweise auch die postalische Zustellung.
2. Die kurze Geschichte der Überwachungskameras
Anfang 2022 wollte ich eine Überwachungskamera in meinem Zimmer installieren. Über die eigentlichen Hintergründe werde ich später noch ausführlicher schreiben.
Die erste Kamera ließ sich nicht in Betrieb nehmen. Sie war mit einem Cloud-Dienst verbunden, der über eine Smartphone-App verwaltet werden sollte. Die Kamera sollte über das WLAN des Hauses mit der Cloud des Anbieters verbunden werden, um aus der Ferne erreichbar zu sein und bei Bewegung automatisch Aufnahmen anzufertigen.
Während der Einrichtung erschien jedoch das Netzwerk des Anbieters nicht in der Anwendung, sodass die Verbindung nicht hergestellt werden konnte. Im Geschäft erklärte man mir später, dass bestimmte VPN-Systeme oder Netzwerkeinstellungen ähnliche Probleme verursachen könnten.
Daraufhin kaufte ich eine andere Kamera in einem anderen Geschäft und bat die Deutsche Technikberatung um Hilfe bei der Installation. Ich erklärte ausdrücklich, dass ich keinerlei technische Kenntnisse habe und deshalb Unterstützung benötige. Der Techniker installierte die notwendige App, richtete die Registrierung ein, nahm die Grundeinstellungen vor und erklärte mir die grundlegenden Funktionen.
Für die Anfahrt und die Installation bezahlte ich fast 100 Euro.
Nachdem der Techniker gegangen war, funktionierte die Kamera noch am selben Tag nicht mehr ordnungsgemäß. Die ausführliche Geschichte dazu werde ich in einem eigenen Beitrag schildern. Im Nachhinein wirkt es fast komisch – damals war es allerdings alles andere als lustig.

3. Online-Konten und digitale Auffälligkeiten
Die Probleme beschränkten sich nicht nur auf den Internetanschluss oder die Kameras.
Bei verschiedenen Online-Diensten bemerkte ich ungewöhnliche Vorgänge. In den Aktivitäten meines Gmail-Kontos tauchten irische und niederländische IP-Adressen auf. Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung von Microsoft erhielt ich SMS-Nachrichten mit asiatischen Schriftzeichen. Außerdem erschienen in den Microsoft-Standortdaten Adressen, die für mich erklärungsbedürftig waren.
Daneben gab es zahlreiche weitere digitale Auffälligkeiten. In diesem Beitrag erwähne ich jedoch nur einige der damals aktuellsten Beispiele.
Mehr dazu in den Beiträgen: Digitale Kontrolle – persönliche Erfahrungen mit digitaler Überwachung (Teil 1)
4. Warum wollte ich die Vodafone-Verträge auf meinen Namen übertragen?
Zu dieser Zeit liefen die Verträge für Internet, Festnetz, Fernsehen und Mobilfunk noch auf den Namen meines damaligen Ehemannes. Anbieter war Vodafone GmbH.
Aufgrund der oben beschriebenen Probleme beantragte ich – mit Zustimmung und Unterschrift meines damaligen Ehemannes – die vollständige Übertragung der Vodafone-Verträge auf meinen Namen. Ich hoffte, dadurch endlich klare Informationen über die von mir genutzten Dienste zu erhalten und die offenen Fragen rund um Internetanschluss, Online-Konten und Kommunikation klären zu können.
In der Praxis wurde die Auskunft jedoch mehrfach mit Verweis auf Datenschutzbestimmungen verweigert – selbst dann, wenn es um meinen eigenen Mobilfunkvertrag oder um von mir genutzte Dienste ging.
Die Vertragsübertragung brachte letztlich keine Klärung der offenen Fragen. Stattdessen führten die Ereignisse zu Beschwerden bei Vodafone, später zu Datenschutzverfahren beim BfDI und schließlich dazu, dass die Themen auch Bestandteil meiner Strafanzeigen wurden.
Die Zusammenfassung aller Strafanzeigen ist hier zu finden: Strafanzeigen – Übersicht und Zusammenfassung
Schlussgedanken
In den vergangenen Jahren wurde immer häufiger über digitale Missbrauchsfälle, Online-Betrug, Datenlecks, kompromittierte Konten und technische Probleme berichtet, mit denen normale Nutzer oft überfordert sind. Die digitale Welt entwickelt sich rasant, während Behörden, Dienstleister und häufig auch die Nutzer selbst Mühe haben, Schritt zu halten.
Was lange Zeit wie mein persönliches Problem wirkte, kann letztlich jeden betreffen. Nicht weil zwangsläufig jeder Opfer einer Straftat wird, sondern weil immer häufiger Situationen entstehen, in denen Menschen nicht mehr nachvollziehen können, was mit ihren E-Mail-Konten, Internetanschlüssen, Online-Diensten oder digitalen Daten geschieht.



