Digitale Kontrolle – Auf der Suche nach internationalen Technologie- und Unternehmensverbindungen (Teil 1)

Auf dem Titelbild sind die regelmäßigen Zugriffsversuche auf mein Microsoft-Konto zu sehen. Über einen Zeitraum von mindestens zwei bis drei Monaten gab es nahezu täglich Anmeldeversuche aus vier verschiedenen Ländern – Ungarn (=Magyarorszag), Deutschland (=Nemetorszag), die USA (=Egyesult Allamok) und Russland (=Oroszorszag). Nicht alle dieser Anmeldungen waren gleichzeitig erfolgreich (=sikeres bejelentkezes).

Ich habe in mehreren Ländern Strafanzeigen wegen komplexer, grenzüberschreitender Probleme eingereicht. In jeder dieser Anzeigen habe ich erwähnt, dass ich seit Jahren das Gefühl habe, unter Beobachtung und vollständiger Kontrolle zu stehen – etwas, das mir erstmals im Jahr 2018 aufgefallen ist. Ich führe kein besonderes Leben, und trotzdem erhielt ich ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit.

Warum das so ist, wird sich hoffentlich eines Tages klären.

Microsoft-Kontologinverlauf mit IP-Adressen aus verschiedenen Ländern 1

Diese IP-Adressen habe ich sowohl der ungarischen als auch der deutschen Polizei und Staatsanwaltschaften übergeben. In Ungarn sind die Strafanzeigen noch nicht geschlossen.

Das Microsoft-Paket wurde ursprünglich 2013 von meinem Mann über seinen damaligen Arbeitgeber Lidl im Rahmen eines sogenannten „Mitarbeiter-Vorteile“-Programms gekauft. Dabei handelte es sich um eine lebenslange Lizenz für eine beliebige Anzahl zum Preis von 13 EUR.

Microsoft HUP Auftragsbestätigung

Frühere Überwachungsskandale bei Lidl

Der Einzelhandelskonzern Lidl / Schwarz Gruppe war bereits früher in Überwachungsskandale verwickelt. Im Jahr 2008 gab es einen großen Skandal wegen Videoüberwachung in Filialen. Später berichtete auch Der Spiegel, dass in internen Aufzeichnungen unter anderem festgehalten wurde:

  • welche Mitarbeiter einen Psychologen aufsuchten
  • welche Mitarbeiter Kinder bekommen wollten

In dem Artikel wurde außerdem erwähnt, dass für die Überwachung teilweise private Ermittler eingesetzt wurden. Diese Umstände weisen gewisse Parallelen zu meiner eigenen Geschichte auf, über die ich in diesem Artikel geschrieben habe: Zwei Patente, eine persönliche Geschichte: im Schatten von Menschenversuchen.

Artikel: Befruchtung nicht funktioniert

Der Spiegel Bericht über den Überwachungsskandal bei Lidl

Auffällige Umstände während unseres Aufenthalts

Zwischen März und Dezember 2018 wohnten wir in einer Doppelhaushälfte, deren andere Hälfte von einem Polizeipaar bewohnt wurde. Mein Mann hatte das Haus im Internet unter der Kategorie „Ferienhaus gefunden“. Nach meinen späteren Recherchen im Internet handelt es sich bei dem Mann um einen Funktionär der IPA Deutschland (International Police Association).

IPA Deutschland – Besuch der Führung der International Police Association in Griechenland

Der Mann selbst erzählte uns, dass er in der Kriminalabteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn arbeitet. Seine Partnerin ist Mitarbeiterin der Polizei in Weinsberg. Weinsberg ist genau die Stadt, in der wir von Januar 2019 bis Juli 2024 lebten – und in der eigentlich die Ermittlungen hätten stattfinden müssen. Diese Ermittlungen wurden jedoch weder von der Staatsanwaltschaft Heilbronn noch später von der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart eingeleitet. Die Polizistin erzählte außerdem, dass sie in Weinsberg aufgewachsen sei und dass auch ihr Elternhaus als Ferienhaus vermietet wurde. Später fand ich dieses Haus im Internet und besuchte es persönlich. Es lag nur wenige hundert Meter von dem Haus entfernt, das wir gemietet hatten.

Ich behaupte nicht, dass zwischen diesen Personen und den Ereignissen in meinem Fall ein direkter Zusammenhang besteht. Ich zeige lediglich die Umstände, unter denen sich unsere Situation in dieser Zeit entwickelte.

Das Polizeipaar erwähnte außerdem, dass vor uns bereits eine Lidl-Familie längere Zeit dort gewohnt hatte, und dass nach unserem Auszug ebenfalls wieder eine Lidl-Familie einziehen sollte.

Warum ich begann, Verdacht zu schöpfen

Während unseres Aufenthalts in diesem Haus fiel mir zum ersten Mal auf, dass wir möglicherweise überwacht werden. Da das Internet sehr langsam war, nutzte ich einen mobilen Internet-Stick, weil ich damals einen Online-Webdesign-Kurs absolvierte. Dabei entdeckte ich fremde IP-Adressen in meinen Google- und Facebook-Konten. Ich meldete dies unserem Internetanbieter 1&1.

Noch am selben Tag verschwand die komplette Login-Historie meines Facebook-Kontos.

Ich meldete den Vorfall auch beim Google- und Facebook-Support, doch dort konnte mir niemand helfen. In einem Internetforum fand ich später heraus, dass Internetanbieter verpflichtet sind, gemeldete fremde IP-Adressen an die Polizei weiterzuleiten.

Ich hatte von den IP-Adressen Screenshots erstellt, doch diese verschwanden innerhalb von zwei Tagen sowohl von meinem Computer als auch von meiner Kamera.

IT-Sicherheitsprüfung

Im Frühjahr 2019, nach unserem Umzug nach Weinsberg, brachte ich meinen Laptop zu einer Cyber-Security-Firma in Budapest zur Untersuchung. Auf meinem Computer wurden keine Wanzen oder Spyware gefunden.

Nachdem ich jedoch die oben beschriebenen Ereignisse geschildert hatte, bestätigte mir der Experte, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass wir beobachtet wurden. Er erklärte mir auch erstmals, dass über sogenannte VPN-Netzwerke ganze Systeme kontrolliert werden können.

Digitale Überwachung: offene Fragen

Wenn ich überwacht wurde, dann wurde höchstwahrscheinlich auch mein Mann überwacht. Das wirft erhebliche Sicherheitsfragen auf, da mein Mann in seinem beruflichen Bereich unter anderem auch für Ungarn zuständig war. Welche Verbindung könnten also deutsche Ermittlungsbehörden zur Arbeit meines Mannes haben? Möglicherweise erklärt dies auch eine Aussage meines Mannes, von der eine Tonaufnahme existiert, in der er sagte:

„Ich spiele in einer Liga mit Bundeskanzler Olaf Scholz, dem Innenminister und Lidl.“

Dies könnte auch erklären, warum ich in meinem Microsoft-Konto plötzlich auf die Adresse des Schwarz-IT-Standortes in Weinsberg gestoßen bin: Haller Straße 60, 74189 Weinsberg – wie es in Video zu sehen ist:

Haller Straße 60, Weinsberg – Adresse des IT-Zentrums der Schwarz Gruppe in meinem Microsoft-Konto

Erst zu diesem Zeitpunkt erfuhr ich, dass sich eines der IT-Zentren der Schwarz-Gruppe genau in der Stadt befindet, in der wir lebten und in der eigentlich Ermittlungen hätten stattfinden müssen.

Das System zeigte dabei Adressen an, die mir persönlich bekannt waren, zB. Damaligen direkter Nachbarn arbeitete dort – laut seine Frau. Die technische Ursache konnte jedoch weder von den Dienstleistern noch von den Behörden erklärt werden. Icha habe beschwerdebriefen an Vodafone GmbH und an BfDI – Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (darüber würde ich später gerne berichten).

Schlussgedanken

Meine Geschichte zeigt, wie es sich anfühlt, wenn ein durchschnittlicher Mensch auf digitale Phänomene stößt, auf die weder Dienstleister noch Behörden Antworten geben. Allein das Gefühl der Überwachung und vollständigen Kontrolle stellt bereits eine enorme Belastung dar.

Das Ziel meiner Veröffentlichung ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass solche Erfahrungen möglicherweise kein individuelles Problem sind, sondern auf systemische Schwächen in digitalen Strukturen hinweisen können.

Kategorie „Straftaten“ – verschiedene Gesichter desselben Systems

Dieser Beitrag gehört zur Kategorie Straftaten, die Fälle sammelt, in denen persönliche Erfahrungen auf strukturelle Probleme treffen: wirtschaftliche Missstände, institutionelle Versäumnisse, Überwachungspraktiken und industrielle Verflechtungen.

Hinter scheinbar getrennten Ereignissen zeigen sich häufig ähnliche Muster.

Innerhalb der Kategorie können die einzelnen Themen über verschiedene Tags verfolgt werden:

Lebensmittelindustrie – die Artikelserie zum Lidl-Fleischskandal und verwandte Fälle
Überwachung – digitale und institutionelle Kontrollmechanismen
Pharmaindustrie – medizinische, wissenschaftliche und industrielle Missstände

Ziel ist es, Zusammenhänge sichtbar zu machen: wie sich über individuelle Lebensgeschichten die Funktionsweise eines wesentlich größeren Systems erkennen lässt.