Meine Verbindung zu dem Lidl-Fleischskandal
Im Jahr 2023 berichteten mehrere europäische Medien über einen Lebensmittelskandal rund um möglicherweise verunreinigtes oder verdorbenes Fleisch bei Lidl. Auch in Deutschland erschienen Berichte über entsprechende Vorfälle, unter anderem in der deutschen Presse. Beispielsweise berichtete DER SPIEGEL über Fälle von verdorbenem Fleisch in Lidl-Filialen: → DER SPIEGEL – Tierschützer melden Keimfunde auf Lidl-Geflügelfleisch. Parallel dazu berichteten auch ungarische Medien über den Fall, ich habe darüber auf ungarisch gelesen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ähnliche Probleme zuvor bereits in mehreren europäischen Ländern – darunter Deutschland, Österreich, Spanien, Großbritannien und Frankreich – aufgetreten waren.
Unser gemeinsames Unternehmen befindet sich in Deutschland. Obwohl mein Mann das Unternehmen führt, ist es auf meinen Namen eingetragen. Aufgrund von möglichen missbräuchlichen Handlungen, fehlendem Zugang zu Dokumenten und verschwundenen Verträgen liefen zu diesem Zeitpunkt bereits Anzeigen und rechtliche Schritte sowohl in Ungarn als auch in Deutschland.
In dieser Phase – geprägt von Unsicherheit, Widersprüchen und zunehmenden Drohungen meines Mannes – begann ich häufig Gespräche mit ihm aufzuzeichnen. Nicht aus einem vorab geplanten Grund, sondern weil das Unternehmen offiziell auf meinen Namen lief, ich jedoch weder Zugang zu Verträgen noch zu internen Informationen hatte.
Der Fleischskandal und ein Gespräch, das alles veränderte
Während eines Gesprächs brachte mein Mann den ungarischen Lidl-Fleischskandal mit politischen Zusammenhängen in Verbindung. Das Gespräch wurde aufgezeichnet – teilweise wegen seiner widersprüchlichen Aussagen, teilweise wegen der Drohungen.
Besonders erschreckend war, dass er nicht nur den möglichen Lieferanten kannte, sondern auch behauptete, das Unternehmen stehe „auf der richtigen politischen Seite“ – deshalb werde „nichts passieren“.

Die vollständige zweisprachige Transkription der Tonaufnahme:
Diese Aussage beunruhigte mich zutiefst. Ein gewöhnlicher Verbraucher oder Außenstehender kann normalerweise keine solchen Hintergrundinformationen über einen Lebensmittelskandal haben. Mein Mann hingegen war europäischer Logistikleiter bei Lidl Digital und hatte damit möglicherweise Zugang zu Informationen, die von außen nicht sichtbar sind.
Die entscheidende Frage für mich war:
Woher wusste er so genau, welches deutsche Fleischunternehmen hinter dem ungarischen Skandal stehen könnte – und auf welcher Grundlage behauptete er, dieses Unternehmen stehe unter politischem Schutz?
Ich habe nie behauptet, dass tatsächlich illegale Aktivitäten stattgefunden haben. Ich habe lediglich diese Frage – aus Verantwortung – den Behörden gemeldet.
Meldung bei der NÉBIH im Zusammenhang mit dem Lidl-Fleischskandal
Ich wandte mich an die ungarische Lebensmittelbehörde NÉBIH in Budapest und übergab dort die Tonaufnahme. Ich erklärte, dass mein Mann – der europäische Logistikleiter von Lidl Digital – im Gespräch politische Hintergrundinformationen zu diesem Fall erwähnt hatte.
Während des Gesprächs stellte mir der Leiter der Abteilung für besondere Fälle bei der NÉBIH eine überraschende Frage:
„Beschäftigt sich Ihr Unternehmen mit Geflügelfleisch?“
Diese Frage traf mich völlig unvorbereitet – ich konnte zunächst nicht einmal antworten. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, dass dringend etwas geklärt werden musste, denn:
- das Unternehmen lief offiziell auf meinen Namen
- ich hatte keinen Zugang zu den Verträgen
- mein Mann hatte Zugriff auf alle Unternehmensinformationen, ich jedoch auf keine
Ich habe nie angenommen, dass über mein eigenes Unternehmen „verunreinigtes Fleisch“ oder irgendeine illegale Tätigkeit laufen könnte. So habe ich die Situation nie betrachtet. Ich wollte lediglich sicherstellen, dass niemand meinen Namen missbraucht oder dass das Unternehmen nicht in einem Bereich tätig ist, von dem ich nichts weiß.
Ein weiterer Teil meiner Anzeige
Nach der Meldung bei der NÉBIH ergänzte ich am 2. November 2023 meine Anzeige und erwähnte darin auch den möglichen Zusammenhang zwischen dem Lidl-Fleischskandal und unserem Unternehmen:
- in Ungarn
- und in Deutschland
Die Tonaufnahme legte ich in beiden Ländern vor. Mein Ziel war zu zeigen, dass ich eine verdächtige Information nicht verschwiegen habe, sondern sofort den Behörden gemeldet habe.
Warum ich die Geschichte des Lidl-Fleischskandals im Internet veröffentlicht habe
Nach den Meldungen begann ich auch innerhalb meines eigenen Unternehmens Nachforschungen anzustellen. Nachdem ich die Behörden informiert und Anzeigen in Ungarn und Deutschland eingereicht hatte, hatte ich weiterhin keinen Zugang zu Verträgen oder Unternehmensunterlagen – obwohl das Unternehmen offiziell auf meinen Namen lief.
Am 11. November 2023 schrieb ich meinem Mann eine E-Mail mit mehreren Fragen. Unter anderem wollte ich klären, warum plötzlich mehrere unserer Partnerfirmen Insolvenz angemeldet hatten und welche Unternehmen betroffen waren. Ich bat ihn, die entsprechenden Dokumente am nächsten Tag – am 12. November – gemeinsam mit mir durchzugehen.
An diesem Tag kam es jedoch zu einem schweren Vorfall.
Am 12. November 2023 griff mich mein Mann mit einem Messer an. Über diesen Angriff werde ich in einem späteren Beitrag ausführlicher berichten. Auch von diesem Vorfall existiert eine Tonaufnahme, den ich Substack webseite veröffentlichtete.
In einer späteren Aufnahme sagte mein Mann, die ganze Angelegenheit spiele sich in der „großen Liga“ ab. Er behauptete, ich würde „mit Olaf Scholz, dem damaligen deutschen Bundeskanzler, mit dem Innenminister und mit Lidl kämpfen“ – und ich würde „schon sehen, was passieren wird“.
Und tatsächlich geschah „etwas“
Nach diesen Ereignissen kam es zu mehreren Entscheidungen:
- ich erhielt keine Schutzanordnung
- im Frühjahr 2024 wurden mir Teile des gemeinsamen Sorgerechts entzogen
- im Sommer 2024 wurde ein Betreuungsverfahren gegen mich eingeleitet
- die Unternehmensdokumente wurden mir weiterhin vorenthalten
Nach zahlreichen Erfahrungen mit Behörden wurde mir klar, dass staatliche Institutionen mich möglicherweise nicht vor wirtschaftlicher oder politischer Macht schützen würden. Deshalb entschied ich mich schließlich, den gesamten Fall öffentlich zu machen und die Informationen im Internet zu dokumentieren. Für eine Mutter ist dies der größte denkbare Verlust. Mir wurde sofort klar: Alle Dokumente, Tonaufnahmen und Beweise müssen strukturiert und chronologisch dargestellt werden – insbesondere für das Gericht.
Deshalb veröffentlichte ich vor der Betreuungsverhandlung mehrere Beiträge und übergab sämtliche Unterlagen:
- dem Gericht
- sowie verschiedenen Medien.
Kategorie „Straftaten“ – verschiedene Gesichter desselben Systems
Dieser Beitrag gehört zur Kategorie Straftaten, die Fälle sammelt, in denen persönliche Erfahrungen auf strukturelle Probleme treffen: wirtschaftliche Missstände, institutionelle Versäumnisse, Überwachungspraktiken und industrielle Verflechtungen. Hinter scheinbar getrennten Ereignissen zeigen sich häufig ähnliche Muster. Innerhalb der Kategorie können die einzelnen Themen über verschiedene Tags verfolgt werden:
Lebensmittelindustrie – die Artikelserie zum Lidl-Fleischskandal und verwandte Fälle
Überwachung – digitale und institutionelle Kontrollmechanismen
Pharmaindustrie – medizinische, wissenschaftliche und industrielle Missstände
Ziel ist es, Zusammenhänge sichtbar zu machen: wie sich über individuelle Lebensgeschichten die Funktionsweise eines wesentlich größeren Systems erkennen lässt.



